Stoffmarkt II


Ich war da. Aber nach 1,5 Stunden habe ich die Flucht ergriffen.

Menschenmassen, viele mit Hackenporsche, die sie einem fortwährend in selbige rammten.

Hitze ohne Ende. Ich weiß nicht, wie viel Grade es hatte, aber es waren sehr viele und es gab keinen Schatten. Ich hatte blöderweise vergessen, mir etwas zu trinken mitzunehmen – in der Annahme, dass es dort wie weiland in Potsdam auch Stände mit Getränken und Essen geben würde.

Für mich war es die totale Reizüberflutung. Vielleicht kann ich solche Veranstaltungen einfach nicht mehr so gut ab wie früher, ich weiß es nicht. Mich nervten die vielen schiebenden, drängelnden Menschen, und die quengelnden Kleinkinder, die festgeschnallt in Tragetüchern dort wegen der doppelten Körperwärme erst recht schwitzten, taten mir einfach nur leid. Es gab viele genervte Mütter, aber auch etliche Frauen, die einfach nur mit glasigem Blick durch die Standreihen streiften, beladen mit Plastiktüten voller Stoff, hinter sich Rollkoffer oder besagten Hackenporsche herziehend.

Manche hatten auch einfach Spaß und das merkte man ihnen auch an. Spaß und Freude an den tollen Farben und den teilweise wirklich wunderschönen Stoffen.

Irgendwann konnte ich dann die quietschbunten Stoffe mit Pünktchen, Eulen, Pilzen und Apfelbutzen nicht mehr sehen, das viele Bommelgedöns, die immergleichen Stick-Applikationen, überteuerte Knöpfe, massenhaft Garn, Reissverschlüsse………

Manches war viel zu niedlich für meinen Geschmack. In dieser Häufung fand ich es dann irgendwann nur noch aufdringlich bunt und “alles-gleich”: jede Vierte trug eine selbstgenähte Wachstuchtasche mit der nahezu identischen Bommelborte dran. In die dann weitere Rollen Wachstuch gepackt wurden.

Teilweise waren nur 2 Verkäuferinnen an einem riesigen Stand, die natürlich dem Andrang überhaupt nicht gewachsen waren. Trotz alledem waren sie alle gleichbleibend freundlich und beantworteten geduldig die zum 1298ten Mal gestellte Frage, ob der Stoff denn vorgewaschen sei und wieviel der Meter koste……

Ewiglanges Schlange stehen für einen Meter von diesem und einem halben Meter von jenem, bis ich es dann nach der 47sten Vordränglerin aufgegeben habe.

Daher nur eine geringe Ausbeute, was aber meine Geldbörse schont:

IMG_7698

Drei BW-Stoffe, eines “jroß-jeblümt” und zwei mit Paisleymuster.

Und jetzt gibt es mindestens einen Liter Mineralwasser und einen Schattenplatz auf dem Balkon!

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Über grenzgebiete

Ich bin vor Anfang 2011 von Berlin nach Bayern gezogen und noch nicht sicher, ob das eine gute Idee war. Update: so allmählich ruckelt es sich hier ein ...... und gefällt mir immer besser! Gelegentliches Heimweh nach Berlin inclusive. Update II: seit Dezember 2015 lebe ich wieder in Berlin......das Heimweh war stärker.....
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