Kröte schlucken


Offensichtlich ist mir das nicht gelungen, denn ich habe seit Donnerstag fiese Halsschmerzen, die sich zu einer Angina ausgewachsen haben. Die Kröte ist mir anscheinend im Hals stecken geblieben. Jetzt haben sich noch Schnupfen und Fieber dazu gesellt und ich bin zuhause geblieben. Auch die Weiterbildung, die eigentlich an diesem Wochenende stattfindet, muss für mich ausfallen. Ich bin nicht allzu traurig darüber, weil mein Kopf dröhnt und gerade mit ganz anderen Themen beschäftigt ist als dort gefragt wären.

Zum Samstagskaffee gibt es deshalb heute für mich nicht nur Kaffee, sondern auch ein paar Pillen und Tabletten:

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Ich hadere immer noch damit, dass ich denke, ich müsste mich an einer bestimmten Stelle in meinem Leben so stark anpassen, wie es mir wie ein Verbiegen und Verstellen vorkäme. Ich ärgere mich über die Ignoranz von Vorgesetzten, die sich einerseits um kaum etwas kümmern, sich dann aber anscheinend in ihrer Kompetenz infrage gestellt fühlen, weil wir es selber in die Hand nahmen, damit ein paar Dinge endlich erledigt wurden, die ständig Sand im Getriebe verursachten. Darüber, dass wir das gemeinsam tun müssen und es auch bis Ende Juli erledigt sein muss, herrschte anfangs noch Konsens. Als sich  bei der konkreten Umsetzung kurz vor Schluss herausstellte, dass der Vorgesetzte immer noch nicht und auch weiterhin  keine Zeit dafür hatte und haben wird und deshalb wie gehabt alles an uns hängenbleiben würde, gab es  Knatsch.

Die Frage ist jetzt mal wieder, ob es klüger wäre, alles so zu lassen wie es ist und nicht wieder die Arbeit zu übernehmen, die ein anderer nicht macht, auch wenn das sein Job wäre – oder es stillschweigend doch zu machen, um nicht wieder mit den gleichen Problemen wie im vergangenen Jahr konfrontiert zu sein, weil immer noch nichts getan wurde, um eben genau diese Probleme zukünftig zu vermeiden. Womit wir im Team und nicht der Chef unmittelbar konfrontiert sind und es dann auch zukünftig wären.

Die stillschweigende Variante würde den Konflikt nicht weiter befeuern, aber so richtig gut fände ich das nicht. Ich habe außerdem auch so schon mehr als genug zu tun. Und wir haben  inzwischen schon zu viel an Zeit und Arbeit hineingesteckt, um auf halbem Weg wieder umzukehren.

Der andere Weg bedeutet weitere Konfrontation und schlechte Stimmung, worauf ich auch nicht wirklich Lust habe. Erschwerend kommt hinzu, dass Chefs bei Konflikten mit Mitarbeiten erfahrungsgemäß meist am längeren Hebel sitzen. Und mein Chef geht Konflikten sowieso aus dem Weg, was die Situation teilweise erst verursachte und auch nicht einfacher macht.

Ich werde ihn nicht ändern, auch wenn ich es gerne möchte.

Jetzt werde ich erst einmal das freie Wochenende genießen, soweit das mit Schniefnase möglich ist und versuchen, etwas Abstand von dieser Sache zu gewinnen.

Zum Trost gibt es ein paar superleckere Kekse nach diesem Rezept von Ilses blog 356:

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Noch mehr Kaffee und Tee wird heute wieder bei ninjassieben serviert.

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Über grenzgebiete

Ich bin vor Anfang 2011 von Berlin nach Bayern gezogen und noch nicht sicher, ob das eine gute Idee war. Update: so allmählich ruckelt es sich hier ein ...... und gefällt mir immer besser! Gelegentliches Heimweh nach Berlin inclusive. Update II: seit Dezember 2015 lebe ich wieder in Berlin......das Heimweh war stärker.....
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4 Antworten zu Kröte schlucken

  1. Regula schreibt:

    Man muss nicht alles schlucken, man muss nicht dauernd kämpfen, man kann auch weiterziehen … Ja, ja, ich weiss … liebe Grüsse und vor allem gute Besserung! Regula

  2. jans schwester schreibt:

    Au weia, da steckt wirklich eine Kröte im Halse…
    Abstand und Geduld können vielleicht helfen diese Kröte zu schlucken!?
    Ich wünsch Dir gute Besserung und v.a. viel Kraft und Eingebung um diese Situation zu meistern!
    GLG Kerstin

  3. Peppermint schreibt:

    Gute Besserung zuallerst einmal!
    Ob man Aufgaben übernimmt, die eigentlich die Sache von anderen sind, ist so eine zweischneidige Sache… Wichtig ist, dass man sich danach nicht ständig darüber ärgert, dass man es selbst gemacht hat. Wenn du das kannst, spricht eigentlich nichts dagegen. Wenn du dich aber nur noch ärgerst, lass es lieber und nehme einen Riesenkrach in Kauf. Das reinigt manchmal die Luft und man fühlt sich hinterher besser, als wenn man sich jede Arbeit aufhalst.

    Ich drück dir die Daumen für die richtige Entscheidung!
    Peppermint

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